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Coburger Energiespartage 2008 Vortrag von Dr. Thomas Vorderwülbecke - Beratungsbüro für regenerative Energien Coburg – 09561 420048 |
„Mein Haus / Mein Kraftwerk / Mein Goldesel“ |
Von Morgens bis Abends ist unser Leben von der Versorgung mit „Energie“ geprägt: Der Wecker, das Radio, der Toaster, Auto fahren, Computer, Kopierer, Fernseher – eine warme Wohnung sollte auch dazu gehören. „Energie“ braucht also jeder und „Energie“ ist teuer geworden. Anstatt den steigenden Energiekosten ohnmächtig gegenüber zu stehen kann jeder Einzelne die Initiative ergreifen, sich kostengünstig mit Energie zu versorgen oder gar mit „Energie“ Geld zu verdienen (aus dem Haus einen Goldesel machen). |
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Für Mobilität, Wohnraumheizung, Warmwasser und Elektrizität gibt jeder Einwohner in Stadt und Land Coburg rund 1.100 € pro Jahr aus. Bei 140.000 Einwohnern also über 160 Millionen € - es geht also wirklich um GELD.
Das Hauptproblem mit der „Energie“ ist, dass wir keinen „Sinn“ dafür haben. Nicht fühlbar, kein Gewicht, kein Geruch … nur an der Zapfsäule sehen wir „Liter und €“, ansonsten blenden wir das Thema lieber aus. Aus dieser Grundeinstellung ergibt sich auch die Fehleinschätzung der meisten Menschen. Sie glauben im Privatbereich hauptsächlich für Strom Geld auszugeben, dabei ist es die Gebäudeheizung die über 53 Prozent der Energie benötigt. Warum? Die meisten Wohngebäude sind „energetische Käsehütten“, bei denen es an allen Ecken zieht.
Seitens der Energieversorgung müssen Wohngebäude aus zweierlei Blickrichtungen betrachtet werden – die Wärmeversorgung betrifft nur das Gebäude selbst (INSELSYSTEM), die Stromversorgung ist immer auch an das öffentliche Netz gekoppelt (NETZSYSTEM). Der Energiebedarf des Inselsystems kann nur durch „Einsparung“ , d.h. bessere Effizienz optimiert werden – beim Netzsystem kann jeder aktiv Strom verkaufen und Geld einnehmen.
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Die Heizanlage wird als größter offensichtlicher Einzelposten gerne saniert (ersetzt), wobei durch das Gesamtpaket der Sanierung der Gebäudehülle wesentlich mehr eingespart werden könnte. Bei falscher Sanierungsabfolge bleibt dann wieder eine total überdimensionierte Heizanlage übrig. Doch sowohl im Neubau als auch bei der energetischen Sanierung können Gebäude mit minimalem Heizbedarf, ggf. sogar ohne Heizanlage als „Stand der Technik“ angesehen werden.
Gemäß der „Theorie der kleinen Schritte“ kann natürlich auch mit der Heizung begonnen werden. Anstelle eines Heizungstausches kann auch eine Optimierung erfolgen. Eine Heizanlage für ein Gebäude wird gemäß der Wohnfläche und der Wärmebedarf für den kältesten zu erwartenden Tag ausgewählt. Gerade in der heutigen Zeit sind viele Heizanlagen enorm überdimensioniert und arbeiten einen Großteils des Jahres im unwirtschaftlichen „Stop and Go“ Betrieb. Latentspeicher auf Paraffinbasis stellen hier eine hervorragende Ergänzung dar – sie nehmen große Wärmemengen auf und geben diese bei konstanter Temperatur zeitversetzt wieder ab. Die Heizanlage lädt den Speicher bei optimalem Wirkungsgrad auf und hat etliche Stunden bis Tage „Ruhe“. Paraffinspeicher können natürlich auch mit allen anderen Heizquellen beladen werden – Holzverfeuerungsanlagen, Blockheizkraftwerke, Solarthermische Anlagen, Wärmepumpen (bei HT-Tarifen tagsüber..) – die Wärmequelle ist völlig egal.
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Gerade solarthermische Anlagen erfreuen sich hoher Akzeptanz – seit wenigen Jahren können Kollektoren auch an die Dachform oder an die Fassade angepasst gefertigt werden. Gerade die Montage an der Fassade bietet große Vorteile, denn jetzt erfolgt der Hauptwärmeeintrag dann, wenn auch der größte Bedarf ist. Kollektorkochen oder so genannte Stillstandszeiten im Sommer gehören damit der Vergangenheit an.
So, wo bleibt denn nun „das Geld / der Goldesel?“ – Immer dann, aber auch nur dann, wenn am oder im Gebäude Strom erzeugt und gemäß dem „Erneuerbare Energien Gesetz“ verkauft werden kann – dann kann Geld verdient werden. Das gilt für Blockheizkraftwerke ebenso wie für Fotovoltaikanlagen. Während Blockheizkraftwerke ein Thema für einen eigenen Artikel wären und rund 4.000 Betriebsstunden pro Jahr laufen können sollten, spielen Fotovoltaikanlagen ohne besondere Kunstgriffe häufig 10% und mehr der Anschaffungskosten jährlich wieder ein. Die Vergütungspreise sind gesetzlich auf 20 Jahre garantiert. Eine 20 Jahre alte Fotovoltaikanlage steht sogar in Coburg und lieferte im Jahr 2007 fast 1.000 kWh. Wohngebäude mit einer etwas größeren Fotovoltaikanlage (30-50 qm) können ohne weiteres mit dem Stromverkauf mehr Geld einnehmen, als sie für Gas, Wasser, Abwasser und Strom an den Energieversorger bezahlen müssen.
Dann ist das Haus mit seinem Kraftwerk der Goldesel! |
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